Studioablauf  

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Wie entsteht ein Song im Seraphon Studio?

Es gibt mehrere Möglichkeiten, wie ein Song im Studio aufgenommen wird. Musiker und Techniker sollten sich daher zusammensetzen und ihre Vorstellungen besprechen, wie die Produktion verwirklicht werden soll.

 

So kann es aussehen:

Als Beispiel nehmen wir die Band Summamania  bestehend aus Schlagwerk, Bass, Gitarre, Flöte, Violine und Vokals.

Werden alle Instrumente akustisch von einander getrennt aufgenommen, erreicht man in unserem Fall das beste Ergebnis.
Das ist für den guten Sound nötig, und Spielfehler können später leicht ausgebessert werden.

Um dem Zuhörer das Gefühl zu geben, da spielt eine Band und nicht einzelne Musiker, müssen die Songs gleichzeitig zusammen eingespielt werden. So wird die Produktion lebendig und hat den Groove.



Die Vorgehensweise

Das Schlagwerk ist bereits aufgebaut und mikrofoniert worden.
Der Drummer sitzt am Schlagzeug im der Drumkabine. 

Die anderen Musiker befinden sich mit ihren Instrumenten in einem akustisch vom Schlagzeug getrennten Raum, die Sängerin steht vor dem Gesangsmikrofon.

Alle Musiker hören nun sowohl die Regieanweisungen des Technikers als auch sich untereinander.


Nun wird für jeden Musiker der optimale Kopfhörermix erstellt. Für den Drummer z.B. ist es wichtig den Bass gut zu hören. Es können bis zu 5 Kopfhörermischungen in Stereo erstellt werden.

Warum das alles ?

Für den einzuspielenden Song benötigen wir zumindest einen guten Schlagzeugtake. Sind die Drums nicht gut eingespielt, werden auch alle anderen Spuren (Gitarre, Bass, etc ) unbrauchbar.

 


Im Umkehrschluss dürfen folglich alle Musiker, außer dem Drummer, Fehler machen, ohne dass es sich hinterher bei der fertigen CD-Produktion negativ auswirkt.

Der Drumtake:
Dynamisch sollte er sein, das richtige Tempo haben, und fehlerfrei sein. Kleinigkeiten können auch hier noch nachgebessert werden.)


Alle Musiker spielen wie gewohnt zusammen ein. Alle Instrumente werden hierbei gleichzeitig auf einzelnen Spuren gemeinsam mit dem Schlagzeug aufgenommen. Wichtig ist , daß kein Musiker, aus Angst durch einen Spielfehler die Aufnahme zu ruinieren, verkrampft spielt.

Außer dem Drummer sollte niemand die Aufnahme abbrechen, denn Spielfehler werden hinterher durch erneutes Einspielen der Instrumente entfernt.

Wichtig ist es, daß die Aufnahme den nötigen “Groove” bekommt. Ob sich der Sänger versingt, der Bassmann einen falschen Ton oder der Gitarrist ein falschen Einsatz hatte, spielt zunächst überhaupt keine Rolle.

Wir brauchen ist eine gute Aufnahme mit Drumspuren, und deswegen wird der Song solange eingespielt, bis die Drums fehlerfrei sind.

 


Im Gegensatz zu allen anderen Instrumenten ist es bei den Drumaufnahmen so gut wie unmöglich, durch Technik Fehler zu beheben.

Möglich ist das Verrücken, Dazusetzen oder Entfernen von Bass-Drumschlägen, oder  wenn die Snare nicht richtig getroffen wurde ist eine Reparatur durch Auswechseln des Sounds möglich.

Alle anderen Arbeiten am Drumset würden sich negativ auf den gesamten Drumsound auswirken. (Der Grund dafür sind die “Overhatmikrofonen die über dem Drumset angebracht sind. Sie sorgen für den schönen offenen Klang.”

Die anderen Mikrofone an Snare, Toms, Hi-Hat, etc., sorgen für einen druckvollen Sound.)



 


 

Das war der wichtigste Teil:

Die Drums sind fertig.

Der Song wird jetzt von den anderen Musikern abgearbeitet.
Als nächstes ist der Bassist an der Reihe.
Bis auf seine ursprüngliche Bassspur bekommt er nun den ganzen Song zu hören.

Für das Einspielen des Basstakes bekommt er nun die optimale Tonmischung der anderen Instrumente,.
Auch wenn er sich verspielt, wird die Aufnahme nicht abgebrochen.
Er spielt seinen Basstake öfters ein.
Aus den verschiedenen aufgenommenen Basstakes wird dann eine fehlerfreie Bassspur gesetzt.

Nun ersetzen oder doppeln die anderen Musiker, die verschiedenen Spuren ihrer Pilotspur (die Spur, die ganz am Anfang gemeinsam mit den anderen Musikern eingespielt wurde).

Zum Schluß wird der Leadgesang neu eingesungen, dann kommen die Backvocals und  Fill-ins dazu.

Nochmal die Zusammenfassung:

 



 

 
1.Der ganze Song wird von allen Musikern gleichzeitig aufgenommen, wobei die einzelnen Instrumente voneinander akustisch getrennt sind.

2. Jeder Musiker hat dann nach dem Schlagzeuger die Möglichkeit seine “ PILOTSPUR” durch neu eingespielte Spuren zu ersetzen. ( muss er aber nicht) Der Eindruck, er würde “LIVE” mit den anderen Musikern spielen, bleibt dabei erhalten. Der Mix wird so eingestellt, daß er beim Einspielen ein gutes Feeling bekommt.

3. Aus den verschiedenen Spuren wird dann der beste Take zusammengesetzt.. Es ist daher nicht nötig, absolut fehlerfrei zu spielen..

 

Jetzt hat der Song die richtige Dynamik, das richtige Tempo und ist fehlerfrei.

Gehen Eure musikalischen Vorbilder ins Studio, dann nehmen sie sich sehr viel Zeit für ihre Produktion, bis die fertige CD auf dem Markt erscheint.

So viel Zeit habt Ihr nicht, denn das würde in der Regel den finanziellen Rahmen sprengen.
Erfahrungsgemäß benötigt die durchschnittliche Musikproduktion eines Titels, in dieser Arbeitsweise ca. 6 Stunden, mal mehr, mal auch weniger.

Ob ein Titel mehr oder weniger auf der CD erscheint, ist dem späteren Hörer nicht wirklich wichtig.
Wenn allerdings die Songs nicht gut durchproduziert worden sind, wird er schnell die Freude an den Songs verlieren. Deswegen
ist weniger manchmal mehr.

 

 

Abschließend möchte ich eine Sache noch erwähnen, die oft von Musikern unterschätzt, oder schlicht vergessen wird. Für einen guten Sound sind gutklingende Instrumente nötig. Auch hier gilt, wenn am Anfang nichts Gutes steht, kann am Ende nichts Edles entstehen. Deswegen bitte darüber nachdenken, sich fürs Studio, falls nötig dementsprechende Instrumente auszuleihen. Auch neue Saiten oder evtl. eine neue Fellbespannung ist sicherlich kein Fehler. (Bitte vor dem Studiotermin einspielen).

Sollten nun noch Fragen offen sein, bin ich gerne telefonisch oder per mail erreichbar.